Bohusleden, 26.06.2011 – Tag 4

25. April 2012 1 Kommentar

Ein weiterer Morgen mit wunderbarem Wetter und gewohnt toller Aussicht. Nach dem Aufstehen gegen 9 Uhr das Übliche : Schlafsäcke lüften, Frühstücken und packen. So sind wir wieder erst gegen 11:30 Uhr losgekommen. Der Weg schlängelte sich auch heute wieder durch den Wald, was aufgrund des recht warmen Wetters auch gut so war. Es ging vorbei an einigen Seen, bis wir gegen 13:30 einen kleinen Bootsverein erreichten. Hier am Steg kühlten wir unsere Füße im klaren Wasser und legten eine kurze Mittagspause ein.

Vorbei an Seen....

und durch den Wald

Hier gab es auch eine Schutzhütte, allerdings in nicht sonderlich guter Lage. Am Ende eines größeren Sees stiessen wir dann wieder auf eine Straße und somit auf die Zivilisation. Einige wenige Häuser standen hier, an denen der Weg unmittelbar vorbeiführte. Nach diesem sehr kleinen Ort führte der Weg jedoch wieder in den Wald hinein, besser gesagt über einen Hügel. Während des Aufstieges sahen wir dann noch eine Schlange.

Schwedenhaus

Schlange

Nach dem Abstieg von dem Hügel kamen wir an einen riesigen See, an dem auch wieder Angler zu sehen waren. An der Schutzhütte hier machten wir nur ganz kurz rast, denn hier wollten wir nicht die Nacht verbringen. Bis zur nächsten Schutzhütte, die wir als Nachtlager ausgesucht hatten, war es allerdings noch ein gutes Stück und das Gelände wurde jetzt auch hügeliger. So war klar daß wir die Hütte viel später als erwartet erreichen würden.

Angelsee

Traumgrundstück

Wir kämpften uns über einen nach dem anderen Hügel, immer schön auf und wieder ab. Der Weg zog sich immer mehr und wir schoben noch einige kurze pausen ein, man ist ja schliesslich min Urlaub. Auf einem Hügel erreichten wir wieder mal eine Hütte, jedoch auch nicht in guter Lage. Zwar oberhalb eines Sees gelegen, auf Grund des steilen Ufers war hier Wasser holen aber so gut wie unmöglich. Es gab also wieder nur einen kurzen Snack und wir setzten zum  Endspurt an. Der Hintergedanke war, daß wir so die Chance hatten am nächsten Tag gegen Mittag an der Grenze zu Norwegen im Grenzladen einkaufen zu können. Das trieb uns dann auch weiter an, obwohl mittlerweile schon die Sonne unterging.

Sonnenuntergang am Bohusleden

Gegen 23:30 erreichten dann auch wir unser heutiges Etappenziel, eine Schutzhütte an einem Riesen See in toller Lage. Einige Meter vor der Hütte sahen wir im See einen Biber schwimmen. Zum fotografieren war es leider schon zu dunkel und das Tier zu weit weg. Da es mittlerweile auch schon recht kühl geworden war, richteten wir uns schnell ein, aßen unser Futter und legten uns bald hin. An eine ruhige Nacht war allerdings nicht zu denken, es traten Mücken in Scharen auf und bescherten uns so eine sehr unruhige Nacht.

Profil Tag 4

Distanz : 28,82 km

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Bohusleden, 25.06.2011 – Tag 3

19. April 2012 1 Kommentar

Der erste Blick aus der Schutzhütte sah schon mal vielversprechend aus : Super Wetter und tolle Aussicht!

Ein Blick auf die Uhr : 10:30! Wir sollten so langsam aufbrechen, vorher gabs aber erstmal noch Frühstück. Die Mücken waren längst wach und fingen an zu nerven, also packten wir relativ schnell zusammen und machten uns auf den Weg. Nach dem bescheidenen Weg am Vortag folgte heute „Natur pur“! Den ganzen Tag schmale Trampelpfade und ein See nach dem anderen. Der Wald lichtete sich oft, und teilweise ging es durch sumpfartige Landschaft, hier waren stellenweise immer wieder Holzbohlen ausgelegt.

Ausblick am Morgen...

Holzbohlenweg

Das gute Wetter hielt den ganzen Tag, teilweise war es sogar schon fast zu warm. Doch zum Glück liefen wir ja recht häufig im Schatten des Waldes auf Traumpfaden.

Der Bohusleden

Gegen Mittag stiessen wir auf eine Schutzhütte in herrlicher Lage an einem kleinen See. Hinter dieser Hütte lag massenweise fertig gehacktes Feuerholz und die Hütte selber war auch in bestem Zustand. Für eine Übernachtung wäre der Platz perfekt, wir waren allerdings noch nicht weit gekommen und so genehmigten wir uns nur ein Mittagessen mit anschliessender kurzer Pause.

Mittagspause

Gegen 15:30 machten wir uns wieder auf den Weg und erreichten wenig später die „Edelhütte“ Vaktarkullen.

"Waldhotel" Vaktarkullen

Diese Hütte hebt sich deutlich von den anderen Windschutzhütten ab! Sie ist komplett geschlossen, in sehr gutem Zustand und riesengroß. Im Grunde genommen ist es ein richtiges Haus mit 12 Betten, Ofen, Tischen und Bänken sowie Geschirr und Besteck.

Nachdem wir die „Hütte“ inspiziert hatten nahmen wir das letzte Stück unserer heutigen Etappe in Angriff. Der Weg schlängelte sich durch die sehr schöne Landschaft immer wieder vorbei an Seen und mitten durch den Wald.

Einer von gefühlt 100 Seen am Bohusleden

Selten sooo grünes Moos gesehen....

Schliesslich erreichten wir gegen 21:30 „unsere“ Schutzhütte, ebenfalls an einem See gelegen in bester Lage. Wir richteten us ein und bereiteten unsere Mahlzeiten zu, die wir dann am Lagerfeuer einnahmen. Genug Holz war vorhanden, wie übrigens an fast jeder Hütte mit Feuerstelle. Die „Infrastruktur“ am Bohusleden kann man schon fast als einmalig beschreiben, auf den Plumpsklos neben den Hütten befindet sich sogar oft Klopapier, Kerzen und Lesestoff!

Ein weiterer toller Tag geht zu Ende...

Profil Tag 3

Distanz : 19,93 km

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Bohusleden, 23.06.2011 – 30.06.2011 Tag 2

7. November 2011 Hinterlasse einen Kommentar

Nach einem wirklich gutem ersten Tag und einer erholsamen Nacht in der Schutzhütte sollte heute unser schlechtester Tag auf dem Bohusleden folgen. Die gesamte Tagesetappe von fast 25 Kilometern sollte fast ausschliesslich über Forstraßen und streckenweise auch Asphalt bzw. Landstraßen führen. Auch das Wetter spielte nicht richtig mit, zeigte sich doch schon morgens nach dem Aufwachen beim Blick aus der Hütte ein bedeckter Himmel.

Trübes Wetter am Morgen

Nach dem Frühstück und Packen machten wir uns auf den Weg, zunächst noch durch bewaldetes Gebiet bis wir auf die Forststraße trafen. Nach einigen hundert Metern auf diesem Weg kamen wir an einen kleinen See, mittlerweile hatte es angefangen zu regnen und wir zogen unsere Regenklamotten an.

Regen am See

Wir folgten weiter dem Forstweg um nach einigen Kilometern auf die Straße zu treffen. Mittlerweile hatte es wieder aufgehört zu regnen, dafür war nun das Laufen auf dem Asphalt schlecht. Nach einigen langweiligen Kilometern verliessen wir die Straße an einer Pferdekoppel und bogen nach links wieder auf eine Forststraße ab. Hier machten wir eine kurze Pause und stärkten uns. Der Himmel war zwar immernoch bewölkt, es blieb aber trocken.

Forststraße

Auf der Forstsraße konnte man zumindest besser  laufen als auf der Landstraße, trotzen war es auch hier nicht besonders abwechslungsreich. Kurz vor Lunten kamen wir in ein kleines Naturschutzgebiet und stellenweise zeigte sich auch hier mal die Sonne. Eine geplante Pause viel dann sehr kurz aus, weil es hier von Mücken wimmelte. Lunten stellte sich als eine Ansammlung von einer Hand voll Häusern heraus so daß wir hier einfach weiterzogen, nach wie vor auf Forststraße….

Ca. einen Kilometer vor dem Etappenende änderte sich der Weg wieder in einen vernünftigen Trampelpfad, wenn auch hier wieder sehr viele Mücken waren. Eine Pause war aber nun auch nicht mehr nötig, da wir eh fast an der Hütte waren.

endlich wieder ein Pfad...

Nach ca. einem Kilometer erreichten wir dann den See und damit die Schutzhütte, welche nicht bestzt war. Wir richteten uns ein kochten unsere Mahlzeiten, quatschten noch ein wenig und legten uns bald hin. Einige Vögel konnten wir aus der Hütte heraus auch noch beobachten, bevor wir dann irgendwann einschliefen.

Der See an der Hütte

Blick aus der Hütte

Der Text für diesen Tag fällt recht kurz aus, aber viel zu schreiben gibt es eigentlich auch nicht. Nach 24,6 Kilometern, davon locker 80% auf Schotter und Asphalt Straßen ist man froh, wenn man sein Ziel erreicht hat. Die nächsten Tage sollte es aber immer besser werden!

Hier noch das Profil vom zweiten Tag.

Profil Tag 2

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Bohusleden, 23.06.2011 – 30.06.2011 Tag 1

5. November 2011 Hinterlasse einen Kommentar

Am 23.06.2011 flogen wir von Hamburg nach Göteborg um den nördlichen Teil des Bohusledens in Südschweden in Angriff zu nehmen. Der Flug verlief reibungslos, und nachdem wir unser Gepäck wieder und uns ein paar Kronen besorgt hatten, stiegen wir direkt vor dem Flughafen „Landvetter“ in den Shuttle Bus nach Göteborg. Schräg gegenüber des Bus Terminals im Keller eines Kaufhauses befindet sich ein Outdoorladen, wo wir uns noch schnell Spiritus besorgten. Zurück am Terminal stiegen wir in den Bus nach Munkedal, zwischendurch mussten wir noch einmal umsteigen, verlief aber auch problemlos. In Munkedal angekommen besorgten wir uns noch Chips und Kekse, diesen Luxus sollte es ja die nächsten Tage nicht mehr geben. Wir verließen Munkedal, nahmen am Ortsausgang an einem Fluß noch Wasser auf und stiessen nach ca. 2 km auf den Bohusleden. Es konnte losgehen!

Wir folgten dem Bohusleden zunächst noch über breitere Forstwege an einigen Häusern vorbei, bis wir schon nach kurzer Zeit auf einen Wasserfall stießen. Dieser wird oberhalb über eine Brücke gequert, von wo aus man einen guten Ausblick auf die Lachstreppen und die nähere Umgebung hat.

Haus am Bohusleden

Lachstreppen am Wasserfall

Direkt danach wurde der Weg auch langsam interessanter, wir trafen die ersten Schafe und es wurde zunehmend hügeliger. Der Weg führte nun durch lichten Wald, bis wir auf eine Lichtung kamen, auf der einige Ruinen standen. Hier stand früher mal ein Sägewerk.

Hier geht's lang!

Der Bohusleden ist Orange durchmakiert

Alte Ruinen des Sägewerks

Kurz darauf kamen wir zu einem größeren See, hier trafen wir auf drei Angler. Die nächste Woche sollten wir auf dem Trail nur 11 weitere Personen treffen… Die Nordhälfte kann man also nicht grade als überlaufen bezeichnen, aber so erhofft man sich das ja auch. Die Angler ließen wir rechts liegen, folgten dem Bohusleden über eine kleine Brücke weiter entlang des Ufers. Nach dem See ging es leider wieder auf einen Forstweg. Während wir dort lang schlenderten nahm ich eine hektische Bewegung am rechten Wegesrand war. Der kleine Kerl bewegte sich dann aber nicht mehr und war stark am Hyperventilieren. Hinter ihm im Gebüsch hörte man das Gezeter seiner Kumpels. Schnell ein Foto gemacht und weiter, bevor der Kollege noch nen Herzklabaster bekam. Richtig, hierbei handelte es sich um einen Lemming, die man durchaus so erschrecken kann, daß sie tot umfallen. Haben halt nen hektischen Kreislauf. Kaum waren wir ein paar Meter weg, war er auch schon nicht mehr zu sehen.

Der erste See

Brücke am See

Lemming in Todesangst

Wir verließen den Forstweg nach einigen hundert Metern jedoch wieder, der Weg wurde wieder etwas wilder. Es ging durch hüfthohes Gras über eine Wiese erneut in den Wald. Wie die Karte uns verriet, querten wir nun eine Landzunge, die den See mit den Anglern einschnitt. Nach dieser Halbinsel und einer weiteren Uferpassage sollten wir unser heutiges Ziel erreichen. Diese Halbinsel war eigentlich ein großer Hügel, der leider im oberen Bereich komplett abgeholzt war. Die Wegfindung war hier nicht ganz einfach, da die Markierungen an die Bäume gemalt wurden und die lagen nun ja alle auf dem Boden. Nach dem Kahlschlag ging es dann aber zügig bergab, erneut über Forstwege an einem Haus vorbei umrundeten wir den See, durch dichteren Wald folgten wir noch einen knappen Kilometer dem Trail und erreichten gegen 22:00 Uhr „unsere“ Schutzhütte. Sie war unbesetzt , wir richteten uns ein, futterten und gingen recht schnell schlafen.

Ufer vor der Hütte

Schutzhütte

Wir hatten zwar auch ein Tarptent dabei für den Fall das mal eine Hütte belegt sein sollte denn die Hütten stehen recht weit auseinander, es ist also empfehlenswert eine Backup Lösung dabeizuhaben. Aber genau wie den Spiritus haben wir das Zelt die ganze Woche nicht benötigt. Der Spiritus diente letztendlich nur zum schnellen Feuer machen, irgendwann habe ich ihn dann in einer der Hütten für andere Wanderer zurückgelassen. Wir kochten ausschliesslich auf dem Bushbuddy, was wie zu erwarten bestens funktionierte, gab es doch permanent ausreichend Kleinholz.

Höhenprofil Tag 1

Distanz : 12,9 km

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Harz 02.06.2011 – 05.06.2011

Blick auf Ilsenburg

Hier nun ein längst überfälliger Bericht über unsere verlängerte Wochenendtour im Harz. Geplant war mal wieder eine Rundtour ab Ilsenburg, der eigentliche Plan sah vor im großen Bogen um den Brocken rum zu laufen, wurde aber während der Tour kurzfristig umgeworfen. Vielleicht hatten wir uns zu viel vorgenommen, vielleicht war auch das Wetter schuld, welches mit Temperaturen um 30 Grad ziemlich drückte und immer wieder im Schatten zum verweilen einlud. Jedenfalls stellten wir am 02.06.2011 gegen 15:00 das Auto am Wanderparkplatz im Ilsental ab und begaben uns auf den Weg. Nach wenigen Metern hatte ich bereits mit ca. 280 Puls zu kämpfen, was nicht am einfachen Weg lag. War doch immerhin Himmelfahrt und uns kamen reihenweise mitunter stark angetrunkene zum Teils pöbelnde Idioten entgegen. Wir verliessen die Wanderautobahn bergauf Richtung Ilsenstein, auch hier reihenweise Volk unterwegs, immerhin von der netteren Sorte.

Kurze Pause am geschlossenem Gasthof Ilsenstein, schon gings weiter über den Pisseckenplatz, wo wir wieder einmal auf ne Gruppe halbstarke trafen…. Der hohe Puls schlug mittlerweile in verstärkte Aggression um, trotzdem kühlen Kopf bewahrt und weiter Richtung Gasthof Steinerne Renne gezogen. Der Gastwirt und sein Team waren gerade dabei die Spuren der Invasion des saufenden Volks zu beseitigen, überall Flaschen, Müll und Scherben. Ein kaltes Alster bekamen wir dennoch mit aller Freundlichkeit serviert, obwohl bereits Ladenschluss war. Herzlichen Dank dafür!! Mittlerweile war es knapp 19:00 und wir brauchten ja noch einen Platz zum lagern. Also schnell ausgetrunken, Rucksack geschultert und los. Wir erstiegen die Leistenklippen halb und querten über den Obersten Hangweg an ihnen vorbei. Sagenhafte Hütte im Blickfeld, leider bereits besetzt…. 😦

Gasthof Steinerne Renne

Also Abstieg Richtung Hexenstieg / Glashüttenweg und am Trudenstein vorbei Richtung Spinne, ein Punkt an dem mehrere Wege zusammenlaufen. Die Schutzhütte hier war nicht belegt. Da es mittlerweile fast dunkel war, quartierten wir uns hier ein, auch wenn ich Hütten an Wegekreuzungen eigentlich nicht bevorzuge, ist doch meisst am Morgen mit verstärktem Verkehr zu rechnen. Schnell den Bushbuddy angeschmissen, ausgiebig gefuttert und ab in die Penntüten. Nach dem Frühstück, noch während des Packens herrschte bereits ordentlich Trouble, der Ranger fuhr 3 mal mit seinem Kombi samt Anhänger vorbei, schenkte uns aber jedoch keine Beachtung, war wohl ganz mit der Organisation seiner Luchs – Tage beschäftigt. Auch gruppenweise Mountainbiker und Wanderer fanden sich an der Spinne ein.

Also machten wir uns auf den Weg um diesmal die Leistenklippen komplett zu besteigen. Über einen wirklich schönen Weg gelangten wir immer weiter nach oben. Dort angekommen, bot sich eine sagenhafte Aussicht bei bestem Wetter. Brocken und das gesammte Harzvorland waren gut zu sehen. Nach ca 30 min. stiegen wir erneut über den Oberen Hangweg ab und liefen anschliessend über den Glashüttenweg Richtung Norden weiter.

Weg zu den Leistenklippen

Blick auf den Wurmberg

An den Hohensteinklippen bogen wir Richtung Osten ab um den Ottofelsen zu besteigen. Auch hier verstärktes Aufkommen von Tageswanderen. Trotzdem schön und gute Aussicht.

Ottofelsen

Über Hasserode sollte es weiter zur Zillerbachtalsperre gehen, Hasserode wurde planmässig passiert, danach ging einiges mit der Wegfindung daneben, über Umwege gelangten wir jedoch auf den richtigen Weg. Nobody’s perfect! 😉 Wäre ja nicht weiter schlimm gewesen, mittlerweile stand die Sonne jedoch hoch und ballerte mit gut 30 Grad auf den ungeschützten Weg, der sich stetig bergauf zog….. Irgendwann erreichten wir dann doch noch den Gasthof „Armeleuteberg“, der noch ein kühles Alster und trotz bereits geschlossener Küche warme Bockwürste samt Brot servierte. An dieser Stelle mal wieder ein herzliches Dankeschön an die netten Gastwirte im Oberharz!!!! Hier trafen wir auch auf zwei Wanderer der UH ( Ultra – heavy ) Fraktion. BW – Kampfstiefel an den Füßen, Rucksäcke jenseits von Gut und Böse, prankte doch an dem einen der Aufdruck „75 + 10 Liter“. Das Glock – Kampfmesser mit 17cm Klingenlänge und rund 250g Gewicht am Gürtel durfte natürlich auch nicht fehlen….. Gerüchteweise tobt immer noch der Mammut durch den Harz, und da muss man natürlich gewappnet sein. Die beiden brachen vor uns auf, ein Bild für die Götter. Rucksack mit beiden Armen(!!!) auf den Tisch gehievt, in die Schultergurte gekrabbelt und dann aus den Beinen hochgedrückt. Nun konnte es losgehen, vorm Gasthof wurde die Marschrichtung noch per Spiegelkompass bestimmt, obwohl es nur nach rechts und links ging und zwei Meter vorm Gasthof nen Wegweiser stand… Ich hoffe die beiden haben sich nicht verlaufen, wär schade drum.

Zillerbachtalsperre

Jedenfalls hielt die Bockwurst leider auch nicht ewig und so brachen wir auch auf, nachdem die netten Gastwirte uns noch mit reichlich Trinkwasser versorgt hatten. Etwas oberhalb vom Gasthof am Skilift mit Blick auf Wernigerode spürte ich ein kurzes stechen im Bein, dachte erst an eine Bremse, war dann aber doch ne Zecke, sie wurde kurzerhand entfernt und anschliessend hingerichtet. Wir liefen dann noch weiter zur Schutzhütte am Scharfenstein und verbrachten die Nacht dort.

Am nächsten Morgen liefen wir an der Zillerbachtalsperre vorbei nach Drei Annen Hohne. Hier versorgten wir uns mit Gulasch, Alster und Kippen. Auch ein Eis war noch drin, immerhin herrschten wieder um die 30 Grad. Anschliessend betraten wir wieder den Nationalpark Harz und stiegen Richtung Glashüttenweg auf. Am Trudenstein macht wir noch eine kurze Rast, am frühen Abend ging es erneut an der Spinne vorbei Richtung Molkenhausstern, wo wir einen schönen Sonnenuntergang beobachten konnten.

kitschiger Sonnenuntergang....

Anschliessend gab es Abendessen und wir legten uns hin. Zum Frühstück schlug eine  ca 30 köpfige Gruppe Rentner auf, die vom Brocken kamen. Sie blieben zum Glück nicht lange und auch wir machten uns auf den Weg Richtung Ilsetal. An den Ilsefällen macht wir noch eine kurze Pause und kühlten unsere Füße, herrlich! Kurz vor Ilsenburg verliessen wir das Ilsetal und stiegen noch zur Taubenklippe auf, über den Froschfelsen und schliesslich den Borkenkäferpfad ging es dann zum Parkplatz zurück.

Blick zurück zum Brocken

Gesamtstrecke : 85 km

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Bushbuddy Ultra

2. Juli 2011 2 Kommentare

Als Ultraleichtkocher werden meißtens Spiritus Kocher verwendet, entweder kommerziell gefertigte Produkte oder auch Eigenbauten aus (Katzenfutter) Konserven (Supercatstove) oder Getränkedosen. Über diese Kocher wird viel berichtet, sie sind leicht, billig, und unterwegs im Falle eines defektes schnell nachzubauen. Getränkedosen findet man schliesslich überall, und zur Herstellung reicht ein Messer aus. Einen Nachteil haben sie allerdings : Sie benötigen Spiritus als Brennstoff, und der wird nunmal (meißt) abgezählt mitgenommen. Kochorgien fallen somit flach, denn wird zuviel gekocht, reicht der Brennstoff zum Ende der Tour nicht mehr aus. Nachkaufen ist auch so eine Sache, denn Spiritus kommt in 1 Liter Flaschen in den Handel, und soviel wird dann auch wieder nicht benötigt. Das leichte Gewicht dieser Kocher wird also durch den zu tragenden Spiritus relativiert.

Aber es gibt auch noch eine Alternative : Der Holzkocher !

Wie der Name schon sagt, verwendet diese Art von Kocher Holz als Brennstoff. Sie sind zwar etwas schwerer als Spiritus Kocher, man muss dafür aber kein Brennstoff schleppen, denn Holz gibt es nahezu überall. Es gibt verschiedene Modelle von Holzkochern, so z.B. den (Eigenbau) Hobo, den Backcountry Boiler, oder eben auch den Bushbuddy Ultra, um den es in diesem Beitrag gehen soll.

Bushbuddy Ultra

 

Der Bushbuddy Ultra wird in Kanada in Handarbeit von Fritz Handel hergestellt. Die Verarbeitung kann ohne Übertreibung als perfekt bezeichnet werden. Qualitativ gute Handarbeit hat natürlich seinen Preis, bei entsprechendem Umgang ist der Bushbuddy jedoch eine Anschaffung fürs Leben. Transportiert werden sollte der Kocher grundsätzlich im Kochtopf, auf Grund seines dünnwandigem Materials würde er im Rucksack sonst nicht lange überleben.

Seine Funktion unter widrigen Bedingungen über längeren Zeitraum hinweg konnte der Bushbuddy Ultra bereits mit Erfolg unter Beweis stellen. Ryan Jordan (Gründer von backpackinglight.com) suchte für seinen Arctic 1000 Trek eine leichtere Alternative des ursprünglichen Bushbuddy, und so kam der Bushbuddy Ultra als Prototyp zustande, der später als Serienmodell in den Verkauf ging.

Der Bushbuddy (139 Gramm) besteht aus zwei Teilen, dem Kocher an sich und dem Potstand / Windschutz. Der Windschutz verschwindet für den Transport verkehrt herum im Kocher, die Höhe beträgt so 9,5 cm. Kochbereit beträgt die Höhe 14,5 cm, der Durchmesser beträgt 10,8 cm. Somit passt der Bushbuddy Ultra perfekt in den Tibetan 1100 Topf (138 Gramm), welchen ich ebenfalls verwende. Es ergibt sich ein nutzbares Volumen von ca. 1 Liter, was für 2 Personen nahezu perfekt ist. Aber auch für längere Solotouren ist der Bushbuddy bestens geeignet. Als Material kommt Edelstahl zum Einsatz, der Kocher rostet somit nicht, und lässt sich bequem in der Spülmaschine reinigen. Der Topf verrußt sehr stark, ein dichter Packbeutel ist somit Pflicht. Ich nutze hierfür einen Cuben Beutel, der mit 4 Gramm nicht weiter ins Gewicht fällt und meine restliche Ausrüstung vor dem Ruß schützt. Alles in allem also 281 Gramm für Kocher, Pott und Beutel. Dieses Gewicht erscheint im ersten Moment recht schwer, bedenkt man jedoch daß kein Brennstoff getragen werden muss, rechnet sich das auf längeren Touren recht schnell, zu zweit sowieso.

Bushbuddy als Campfire...

Was macht diesen Kocher jedoch so einzigartig?

Der Bushbuddy Ultra arbeitet nach dem Prinzip der Holzvergasung. Dadurch arbeitet er sehr effektiv und verbrennt das Holz komplett, es bleibt nur ein winziger Haufen Asche übrig, keine Kohle! Vergleichbar mit der Asche von 2 – 3 Zigaretten. Der Topf wird nicht von den Flammen erhitzt, die das Holz verbrennen, sondern von den „sekundären“ Flammen, die durch die Vergasung entstehen und seitlich innerhalb des Kochers unter den Topf herrausstoßen. Mit ein wenig Übung und zurechtgelegtem geeignetem Holz bringt man einen Liter Wasser in 8 – 10 Minuten zum Kochen. Warmhalten und „Köcheln“ ist kein Problem, man schiebt einfach kein oder nur wenig Holz nach, ein Spiritus Kocher hingegen läuft immer „Full Power“ bis der Brennstoff restlos verbraucht ist. Da der Bushbuddy Ultra eine Bodenplatte hat und doppelwandig gefertigt ist, hinterlässt er keine Brandspuren im Gras, kochen auf Holztischen ist ebenfalls kein Problem. Im unteren Bereich wird er nur handwarm, er lässt sich ohne Probleme wärend des Betriebs an eine andere Stelle tragen. Ohne Topf kann man ihn als gemütliches Campfire nutzen, welches ebenfalls keine Spuren hinterlässt. Ich schmeiss den Kocher meisst zum kochen an und fütter ihn bis ich schlafen gehe sporadisch mit Holz, so hab ich immer ein wenig Licht, Wärme und Gemütlichkeit. Sollte man doch noch einen Tee trinken wollen, kurz ein bischen mehr Holz nachlegen, Topf drauf und los gehts. Verglichen mit anderen Kochern ist das schon recht praktisch.

Hat ordentlich Power...

 

Wer also häufiger zu zweit auf Tour ist, oder längere Touren plant, kein Problem mit schwarzen Fingern und Lagerfeuergeruch in Klamotten hat, bereit ist sich ein wenig mit dem Kocher auseinanderzusetzen und einen dichten Packbeutel besitzt, sollte sich ernsthaft über die Anschaffung eines Bushbuddy Gedanken machen.

Ich jedenfalls kann den Kocher nur empfehlen, zu beziehen ist er  direkt bei Fritz Handel in Kanada.

Eine Woche Schweden….

22. Juni 2011 3 Kommentare

Die Rucksack ist gepackt, morgen früh gehts los richtung Schweden auf den Bohusleden. Wir werden 8 Tage unterwegs auf der nördlichen Hälfte von Munkedal bis Strömstad sein. Ohne Umwege ist ein Nachkauf von Lebensmitteln nicht möglich, mit Ausnahme eines Campingplatzes. Auf das Angebot will ich mich jedoch nicht verlassen, so daß die kompletten Lebensmittel für die gesamten 8 Tage mitgeschleppt werden…. 😦

Nach der Tour wird es auf jeden Fall einen ausführlichen Tourbericht geben, sowie einige Ausrüstungsreviews. Habe die Sachen zwar schon getestet, jedoch keine Zeit bisher gefunden, vernünftige Reviews zu erstellen. Eine Woche mehr on Trail Erfahrung ist aber sicher auch nicht verkehrt. Die ersten zwei Tage wird es laut Wetterbericht Regen geben, so kann ich endlich mal meine neue Regenhose testen. 🙂

Ich häng meine Packliste hier mal an, ist aber sicher noch zu optimieren. Die Lebensmittel und das TarpTent hauen natürlich rein, ein Tarp besitze ich (noch) nicht, wäre in Schweden wegen Mücken aber vielleicht ohne Biwacksack mit Mückennetz auch nicht so angenehm. Hier besteht also noch definitiv Handlungsbedarf! An meiner Isomatten – Kombi wird auch wohl noch mal was geändert, und das GPS ist purer Luxus, ich will halt die Strecke tracken und Geo – Tags für die Fotos haben.

Messer mit 109 Gramm?? Hätte es nicht auch das 16 Gramm Messer getan? Vielleicht…. Ich werde aber den Bushbuddy Ultra mitnehmen, und da mit feuchter Witterung zu rechnen ist, werde ich unter Umständen ein stabiles Messer benötigen, um an trockenes Kernholz zu kommen. Dafür muss ich keinen Brennstoff schleppen.

Da wir nicht ausschliesslich im Zelt, sondern auch in der ein oder anderen Hütte pennen werden, kommt ein Polycryo  Groundsheet mit, die Klamotten sind für die zu erwartenen Temperaturen um 18 Grad wohl in Ordnung, der Fireball Smock wird mich ansonsten warm halten.

62 Gramm Klopapier sind der Rest von einer angebrochenen Rolle, die ich schon länger in Anbruch habe, diese Rolle ist weit rumgekommen und war schon des öfteren im Harz und auch in Schottland! Welche Klopapierrolle kann das schon von sich behaupten…. Ich vertraue hier einfach mal auf den tourüblichen Betonschiss und rechne nicht mit EHEC – ähnlichen Verhältnissen. 😉 Sollte es eng werden, der weiter oben angesprochene Campingplatz wird sicher eine Rolle entbehren können.

Wasserfilter bleibt daheim, es wird ausschliesslich Micropur in tablettenform genutzt, in der Packliste im Badezimmer inkludiert.

So denn, mehr an dieser Stelle in ca. einer Woche….

Hier noch die Packliste, leider nur als pdf.

Vielen Dank an dieser Stelle noch mal an Freak, der mir freundlicherweise seine sehr gute Packlistenvorlage zur Benutzung zur Verfügung stellte.

Bohusleden 23.06. – 01.07

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