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Bushbuddy Ultra

2. Juli 2011 2 Kommentare

Als Ultraleichtkocher werden meißtens Spiritus Kocher verwendet, entweder kommerziell gefertigte Produkte oder auch Eigenbauten aus (Katzenfutter) Konserven (Supercatstove) oder Getränkedosen. Über diese Kocher wird viel berichtet, sie sind leicht, billig, und unterwegs im Falle eines defektes schnell nachzubauen. Getränkedosen findet man schliesslich überall, und zur Herstellung reicht ein Messer aus. Einen Nachteil haben sie allerdings : Sie benötigen Spiritus als Brennstoff, und der wird nunmal (meißt) abgezählt mitgenommen. Kochorgien fallen somit flach, denn wird zuviel gekocht, reicht der Brennstoff zum Ende der Tour nicht mehr aus. Nachkaufen ist auch so eine Sache, denn Spiritus kommt in 1 Liter Flaschen in den Handel, und soviel wird dann auch wieder nicht benötigt. Das leichte Gewicht dieser Kocher wird also durch den zu tragenden Spiritus relativiert.

Aber es gibt auch noch eine Alternative : Der Holzkocher !

Wie der Name schon sagt, verwendet diese Art von Kocher Holz als Brennstoff. Sie sind zwar etwas schwerer als Spiritus Kocher, man muss dafür aber kein Brennstoff schleppen, denn Holz gibt es nahezu überall. Es gibt verschiedene Modelle von Holzkochern, so z.B. den (Eigenbau) Hobo, den Backcountry Boiler, oder eben auch den Bushbuddy Ultra, um den es in diesem Beitrag gehen soll.

Bushbuddy Ultra

 

Der Bushbuddy Ultra wird in Kanada in Handarbeit von Fritz Handel hergestellt. Die Verarbeitung kann ohne Übertreibung als perfekt bezeichnet werden. Qualitativ gute Handarbeit hat natürlich seinen Preis, bei entsprechendem Umgang ist der Bushbuddy jedoch eine Anschaffung fürs Leben. Transportiert werden sollte der Kocher grundsätzlich im Kochtopf, auf Grund seines dünnwandigem Materials würde er im Rucksack sonst nicht lange überleben.

Seine Funktion unter widrigen Bedingungen über längeren Zeitraum hinweg konnte der Bushbuddy Ultra bereits mit Erfolg unter Beweis stellen. Ryan Jordan (Gründer von backpackinglight.com) suchte für seinen Arctic 1000 Trek eine leichtere Alternative des ursprünglichen Bushbuddy, und so kam der Bushbuddy Ultra als Prototyp zustande, der später als Serienmodell in den Verkauf ging.

Der Bushbuddy (139 Gramm) besteht aus zwei Teilen, dem Kocher an sich und dem Potstand / Windschutz. Der Windschutz verschwindet für den Transport verkehrt herum im Kocher, die Höhe beträgt so 9,5 cm. Kochbereit beträgt die Höhe 14,5 cm, der Durchmesser beträgt 10,8 cm. Somit passt der Bushbuddy Ultra perfekt in den Tibetan 1100 Topf (138 Gramm), welchen ich ebenfalls verwende. Es ergibt sich ein nutzbares Volumen von ca. 1 Liter, was für 2 Personen nahezu perfekt ist. Aber auch für längere Solotouren ist der Bushbuddy bestens geeignet. Als Material kommt Edelstahl zum Einsatz, der Kocher rostet somit nicht, und lässt sich bequem in der Spülmaschine reinigen. Der Topf verrußt sehr stark, ein dichter Packbeutel ist somit Pflicht. Ich nutze hierfür einen Cuben Beutel, der mit 4 Gramm nicht weiter ins Gewicht fällt und meine restliche Ausrüstung vor dem Ruß schützt. Alles in allem also 281 Gramm für Kocher, Pott und Beutel. Dieses Gewicht erscheint im ersten Moment recht schwer, bedenkt man jedoch daß kein Brennstoff getragen werden muss, rechnet sich das auf längeren Touren recht schnell, zu zweit sowieso.

Bushbuddy als Campfire...

Was macht diesen Kocher jedoch so einzigartig?

Der Bushbuddy Ultra arbeitet nach dem Prinzip der Holzvergasung. Dadurch arbeitet er sehr effektiv und verbrennt das Holz komplett, es bleibt nur ein winziger Haufen Asche übrig, keine Kohle! Vergleichbar mit der Asche von 2 – 3 Zigaretten. Der Topf wird nicht von den Flammen erhitzt, die das Holz verbrennen, sondern von den „sekundären“ Flammen, die durch die Vergasung entstehen und seitlich innerhalb des Kochers unter den Topf herrausstoßen. Mit ein wenig Übung und zurechtgelegtem geeignetem Holz bringt man einen Liter Wasser in 8 – 10 Minuten zum Kochen. Warmhalten und „Köcheln“ ist kein Problem, man schiebt einfach kein oder nur wenig Holz nach, ein Spiritus Kocher hingegen läuft immer „Full Power“ bis der Brennstoff restlos verbraucht ist. Da der Bushbuddy Ultra eine Bodenplatte hat und doppelwandig gefertigt ist, hinterlässt er keine Brandspuren im Gras, kochen auf Holztischen ist ebenfalls kein Problem. Im unteren Bereich wird er nur handwarm, er lässt sich ohne Probleme wärend des Betriebs an eine andere Stelle tragen. Ohne Topf kann man ihn als gemütliches Campfire nutzen, welches ebenfalls keine Spuren hinterlässt. Ich schmeiss den Kocher meisst zum kochen an und fütter ihn bis ich schlafen gehe sporadisch mit Holz, so hab ich immer ein wenig Licht, Wärme und Gemütlichkeit. Sollte man doch noch einen Tee trinken wollen, kurz ein bischen mehr Holz nachlegen, Topf drauf und los gehts. Verglichen mit anderen Kochern ist das schon recht praktisch.

Hat ordentlich Power...

 

Wer also häufiger zu zweit auf Tour ist, oder längere Touren plant, kein Problem mit schwarzen Fingern und Lagerfeuergeruch in Klamotten hat, bereit ist sich ein wenig mit dem Kocher auseinanderzusetzen und einen dichten Packbeutel besitzt, sollte sich ernsthaft über die Anschaffung eines Bushbuddy Gedanken machen.

Ich jedenfalls kann den Kocher nur empfehlen, zu beziehen ist er  direkt bei Fritz Handel in Kanada.

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Jelly Soaked Cotton Balls

29. Januar 2011 2 Kommentare

zu Deutsch auch vaselin – getränkte – Wattebälle eignen sich sehr gut als Feuerstarter oder eben auch um einen Holzkocher schnell in Gang zu bringen. Es gibt mehrere Möglichkeiten  diese  herzustellen, in dem heutigen Artikel möchte ich auf eine Variante näher eingehen. Fast alles was man hierfür benötigt findet sich in jedem Haushalt, unter Umständen muss man sich noch Watte und Vaseline besorgen.

Die Zutaten...

Wir brauchen einen alten Topf, einen Löffel, Watte und Vaseline, eine Zeitung und natürlich den Herd bzw. eine Kochplatte.

Die Kochplatte stellt man auf mittlere Hitze, die Vaseline soll nur schmelzen. Wenn der Topf warm ist, gibt man die Vaseline hinein und wartet bis sie flüssig ist.

Vaseline schmelzen...

Ist die Vaseline komplett geschmolzen, gibt man die Watte hinzu…

Watte hinzu...

und wendet sie ein paar mal mit dem Löffel, bis sie richtig vollgesogen ist.

schön wenden, bis sie gut "durch" ist....

Man kann den Topf nun schräg halten und die überschüssige Vaseline mit dem Löffel aus der Watte pressen. Danach gehts auf die Zeitung zum Antrocknen.

antrocknen lassen...

Knapp 15 Minuten später hat die Watte eine gut formbare Konsistenz, sie lässt sich nun gut zu Kugeln formen.

Kugeln formen....

Noch ein bischen weiter Trocknen lassen und dann kann man sie schon in ein ziplock verpacken.

tourgerecht verpackt!

Ein oder zwei Funken oder kurz das Feuerzeug rangehalten und die „Balls“ brennen wie Zunder! Durch die Vaseline brennen sie sehr lange, selbst kleine feuchte Zweige bekommt man gut angefeuert. Für ein Lagerfeuer kann man ein oder zwei nehmen, für einen Holzkocher reicht mir eigentlich schon ein drittel eines Watteballs gut aus.

Es gibt auch kommerzielle Produkte, die diesen Sinn erfüllen, aber warum kaufen wenn man es auch billig ohne viel Aufwand selber herstellen kann. Nur bitte denkt daran einen alten Topf und Löffel zu nehmen, beide Gegenstände sollten nicht mehr in Verbindung mit Lebensmitteln benutzt werden!!! Könnte auch Ärger mit weiblichen Personen im Haushalt geben 🙂

Schweres, altes Campinggeschirr eignet sich natürlich gut dafür, so hat das Zeug noch einen Wert und kommt nochmal zum Einsatz! 😉

Eine weitere Möglichkeit ist, die ungeschmolzene Vaseline direkt mit dem Löffel in einer kleinen Schüssel um die Watte zu „schmieren“. Ist ein ziemliches gepantsche und dauert länger wenn man „größere“ Mengen verarbeiten will. Die Watte wird hierbei auch nicht so gut mit Vaseline durchzogen. Ich bevorzuge auf jeden Fall die Schmelz – Methode, auch wenn man hierfür etwas mehr Vaseline braucht.

Für Leute, die einen Holzkocher benutzen oder hin und wieder ein Lagerfeuer machen sicher ein brauchbarer Feuerstarter.

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Sea to Summit Ultra-Sil Day Pack

24. Januar 2011 2 Kommentare

Bei dem Ultra-Sil Day Pack der Firma Sea to Summit handelt es sich, wie der Name schon erahnen lässt um einen Tagesrucksack aus silikonisiertem Nylon. Laut Hersteller bietet der Pack ein Volumen von 20 Litern, das Gewicht gibt der Hersteller mit 68g an. Erhältlich ist er in den Farben Gelb, Blau, Grün, Grau und Rot, der Preis liegt bei etwa 20 Euro.

Ultra-Sil Day Pack Seitenansicht

Schauen wir uns den Rucksack also mal etwas genauer an. Der Pack verfügt nur über ein großes Hauptfach, Front – oder Seitentaschen sucht man hier vergeblich. Bei dem Nylon handelt es sich um relativ dünnes Cordura Gewebe, das, wie oben schon beschrieben, mit Silikon beschichtet wurde. Dadurch ist der Pack also wasserresistent, dauerhaft dicht dürfte er nicht sein, allein schon wegen den Nähten und dem ungedichtetem Reißverschluß. Innen befindet sich noch eine kleine Tasche für Schlüssel oder ähnliches, die gleichzeitig auch als Packbeutel für den Daypack sorgt, dazu jedoch weiter unten mehr.

Daypack von vorne

Der Daypack hat keine Struktur, das heißt er verfügt weder über eine Rückenpolsterung, noch eine Bodenverstärkung. Auch gepolsterte Träger hat er nicht. Die Träger lassen sich jedoch in der Länge verstellen.

ungepolsterte Träger

Desweiteren verfügt er, wie oben zu sehen, noch über eine Schlaufe zum Aufhängen, mehr hat die minimalistische Ausstattung dann aber auch nicht mehr zu bieten.

Wie oben schon angedeutet lässt sich der Daypack in seine eigene Innentasche verstauen. Dadurch kommt ein wirklich kleines Packmaß zum Vorschein, der Pack lässt sich so überall mit hinnehmen, er passt sogar in eine Hosentasche. Zum Verpacken wird der Rucksack einfach „auf links“ gezogen und dann in seine winzige Packtasche gestopft. Das funtioniert sehr gut, da ausser Reißverschluss und Plastikschnallen der Träger keine festen Bestandteile verbaut wurden. Hier nochmal ein Größenvergleich mit einem Einwegfeuerzeug :

Daypack im Packbeutel

Die Verarbeitung erscheint gut, man sollte jedoch bedenken daß das Material sehr dünn ist. Härtere Einsätze oder zu großes Übergewicht dürfte er also nicht ewig vertragen. Aber dafür ist er auch nicht entworfen worden.

71g nachgewogen

Wer einen leichten Tagesrucksack sucht, in dem er nicht zu viel verstauen will sollte hier zuschlagen. Die Verarbeitung weißt keine Mängel auf, die Träger lassen sich gut und schnell einstellen und das Volumen mit 20 Litern ist für einen Tagesrucksack völlig ausreichend.

Manch einer kommt damit auch ein Wochenende aus 🙂

Durch das sehr kleine Packmaß kann man ihn überall mithinnehmen, für kleinere Einkäufe reicht er vom Volumen her auch aus. Auch für Städtebummel, bei denen man sich nicht sicher ist, ob man überhaupt was kauft ideal, denn so ist die „Tüte“ immer dabei. Als Handgepäck bei Flugreisen eignet er sich übrigens auch sehr gut.

Der Ultra-Sil Day-Pack ist in gängigen Trekkingshops und Sportgeschäften für rund 20 Euro erhältlich.

Von mir also volle Kaufempfehlung, und wer weiß, vielleicht eignet er sich eines Tages auch für mich für eine Wochenendtour! 😉

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Silva Kompass Field 7

19. Januar 2011 1 Kommentar

Ein vernünftiger Kompass musste her, wollte es aber auch nicht gleich übertreiben und zu einem Spiegelkompass greifen. So habe ich mich für den Field 7 der schwedischen Marke Silva entschieden. Es handelt sich hierbei um einen Wanderkompass. Warum habe ich mich für dieses Modell entschieden? Nunja er ist leicht und nicht teuer, aber immerhin ein Markenprodukt und er bietet alle Funktionen die ich benötige. Manch einer könnte argumentieren, daß ein Spiegelkompass genauer ist, aber so genau benötige ich es nicht, muss man halt öfter nachpeilen. Von einem Prismenkompass fang ich jetzt gar nicht erst an, die sind halt noch genauer! Allerdings sind diese beiden Varianten auch wieder schwerer und teurer. Ein Wanderkompass eignet sich auf Grund der klaren Bodenplatte auch besser für die Arbeit auf der Karte. Es ging mir hier halt um die Basics, nicht um aufwendige Peilarbeiten. Über ein sogenanntes Globalsystem verfügt er auch nicht, der Kompass ist also nur auf der nördlichen Halbkugel einsetzbar, reicht mir auch, auf die südliche Hälfte wird es mich wohl so schnell nicht verschlagen…

Silva Field 7 Draufsicht

Wie in dem Bild oben zu sehen ist, verfügt der Field 7 über eine 360° Einteilung, eine eingefärbte fluidgedämpfte Nadel, rot-schwarze Nord-Süd-Orientierungslinien, Skalen in mm, 1 : 50.000 und 1 : 25.000 und halt dem Peil- bzw. „Wanderpfeil“. Außerdem verfügt er auch über eine Missweisungsskala in der Kapsel, auf dem Bild oben wahrscheinlich nicht so gut zu erkennen.

Der Kompass wird noch mit einer roten Kordel geliefert, ich werde diese gegen leuchtend gelbe Dyneema Schnur ersetzen. Die Abmaße der Bodenplatte betragen 7,6 x 5,1 cm, das Gewicht liegt nachgewogen bei 26 Gramm, laut diversen Beschreibungen im Netz 23 Gramm, also mal wieder um 3 Gramm beschissen worden, aber das ist ja auch nichts Neues….

26 Gramm

Besonders gut gefällt mir die kompakte Bauweise sowie das Gehäuse aus Dryflex.  Diese Bezeichnung macht natürlich schon was her, man könnte aber auch graues Gummi sagen 😉 Wie dem auch sei, dadurch lässt er sich halt gut handhaben. Die Skalen in den verschiedenen Maßstäben machen es einfach mal eben schnell eine Distanz aus der Karte abzulesen, die Kanten sind so grade eben noch lang genug um auf der Karte vernünftig arbeiten zu können, man kann ja aber auch zur Not den Kompass umsetzen und so verlängern. Über Leuchtpunkte verfügt der Field 7 nicht, also nicht unbedingt für Buschtouren bei Nacht geeignet, zur Not hat man aber ja noch seine Stirnlampe dabei. Ein Einnorden der Karte geht schnell von der Hand, die „patentierten rot – schwarzen Nord – Süd Linien“ helfen einem dabei. Patent hin oder her, es handelt sich halt um ein paar schwarz – rote Linien….. Rot ist Norden, erkennt der Dummy zur Not eben auch am „N“  auf der Skala. Patent wirkt hier vielleicht ein wenig übertrieben 😉

Field 7 auf der Karte

Ich bin mit diesem Kompass zufrieden, er bietet alles was man braucht, nicht mehr bzw. zu viel und auch nicht zu wenig! Für die meißten unter uns sollte die Genauigkeit ausreichend sein, und sollte man nicht oft auf der Südhalbkugel unterwegs sein kann ich diesen Kompass jedem empfehlen, der ein leichtes, kompaktes, günstiges Modell sucht mit dem sich auch gut auf einer Karte arbeiten lässt.

Der Silva Field 7 kann für 14,95 € im Trekking Lite Store bestellt werden.

Und nein, ich bekomme weder Provision, noch sonstige Vergünstigungen von Henrik Raßmann für die Verlinkungen zum Trekking Lite Store! Man kann den Kompass auch woanders bestellen. Ich bin nur der Meinung, daß man kleine, aufstrebende Läden unterstützen sollte! Ich laß meine Kohle gerne und lieber  bei kleinen Unternehmen die mit Herzblut hinter der Sache stehen, als bei großen Shops! Ich denke diese Leute brauchen unsere Unterstützung, und selbst wenn nicht, schon allein wegen nettem Kontakt und Beratung werde ich es weiterhin so handhaben!

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Platypus Drink Tube Kit

Ich habe mir ein Platypus Drink Tube Kit zugelegt. Wohl die einfachste Art einen Trinkschlauch dichtschliessend an sämtliche handelsüblichen Flaschen zu bekommen. Der Schlauch passt selbstverständlich an alle Platypus Bottles, aber auch an reguläre PET Flaschen. Der Schlauch kommt montiert mit einem Schraubadapter und auf der anderen Seite einem Bißventil. Diesem Ventil wird eine höhere Durchflußrate als anderen Ventilen nachgesagt, ich selber konnte jedoch keinen nennenswerten Vorteil gegenüber dem Ventil eines MSR Trinksystems feststellen. Desweiteren befindet sich an dem Schlauch noch eine Klemme, um den Schlauch am Rucksack oder auch der Kleidung zu befestigen. Die Länge des Schlauchs beträgt etwa 100cm.

Platypus Drink Tube Kit

Der Punkt mit der Durchflußrate ist für mich nicht weiter schlimm, wahrscheinlich werde ich das Ventil gar nicht benutzen. Ich habe mir den Artikel besorgt um einen Aquaguard Eliminator Wasserfilter zu nutzen. Dieser Filter wird an den Schlauch geklemmt und filtert dann nach dem Gravitationsprinzip selbstständig, ohne das man pumpen muss. Und da der Filter im Gegensatz zum ähnlich funktionierendem Aquamira Frontier Pro Filter kein Anschlußgewinde besitzt, musste halt dieser Trinkschlauch her, um den Filter vernünftig an gängige Flaschen anschliessen zu können. Über den Filter werde ich ein anderes mal noch etwas schreiben.

Drink Tube Kit auf PET Flasche

Wie man im oberen Bild sehen kann, lässt sich mit dem Drink Tube Kit sehr einfach ein universelles Trinksystem zaubern, PET Flaschen sind ja nun wirklich überall zu finden. Das Gewinde schliesst dicht, die Flasche müsste nur noch auf den Kopf gedreht in den Rucksack wandern und schon hat man ein wirklich leichtes und vor allem auch billiges Trinksystem.

nachgewogene 59 Gramm

Nachteiliges gibt es über dieses Produkt nichts zu berichten, das Flaschengewinde schliesst dicht, das Bißventil lässt sich leicht betätigen und es strömt ausreichen Wasser hindurch. Der Schlauch ist nicht zu hart und auch nicht so weich, daß er abknicken kann und dadurch den Durchfluß behindert.

Das Gewicht liegt bei nachgewogenen 59 Gramm, in Verbindung mit einer 1,5 L PET Wasserflasche  dürfte man noch unter dem Gewicht gängiger Trinksysteme liegen, auch preislich dürfte es günstiger als ein reguläres Trinksystem sein, denn das Drink Tube Kit kann man schon für 12,95 € im Trekking Lite Store bestellen.

Alles in allem ein nützliches Produkt welches ich auf jeden Fall weiterempfehlen kann!

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Therm-A-Rest NeoAir

Die NeoAir…… Zu dieser Matte ist schon einiges im Netz geschrieben worden, die Kritik reichte von gut bis schlecht, entweder man mag sie oder man hasst sie. Warum sollte ich nun also auch noch ein weiteres Review dazu verfassen? Schreit die www Gemeinde nach einem weiteren Beitrag zu dieser Art von Bodenisolation? Wohl kaum, wär ja auch ein bischen spät, immerhin ist die Matte schon einige Zeit auf dem Markt! Und doch möchte ich meinen Senf hierzu ablassen. Ich werde auch gar nicht weiter auf den technischen Aufbau eingehen, der ist of genug durchgekaut worden.

Diese Matte gehört zu meiner Ausrüstung, meine Nächte draußen verbringe ich auf ihr, allein schon das rechtfertigt es für mich, meine Meinung hier vom Stapel zu lassen.  Also, los gehts!

NeoAir draufsicht

Ich besitze die NeoAir in S, also small mit einer Länge von 120cm. Wie jeder weiß, hat das gewichtstechnische Gründe, ab den Schultern reicht sie mir bis unter die Knie, der Kopf liegt auf einem mit Klamotten gefüllten Packsack, der Rest meiner Beine kommt mit weniger Komfort gut aus. Länge s ist also völlig ausreichend! Die Matte ist sehr bequem, was wohl an der Dicke von knapp über 6 cm liegt, sollte man sie voll aufpusten.

Gefüllte NeoAir mit gut 6cm

Mach ich aber nicht, prall gefüllt empfinde ich sie als unbequem. Ich schätze mal ich nutze sie so mit ca. 70% des maximal Volumens. Das Optimum lässt sich sehr leicht ermitteln : Voll aufpusten und drauflegen, eine Hand ans Ventil und Luft ablassen, bis es bequem ist! So einfach kann Komfort sein….

Manche Käufer beschwerten sich über ein Rascheln der Matte! Bei Bewegungen in der Nacht soll das auftreten und entweder einen selbst oder die Camp Kumpanen wecken…. Ja, wäre fatal wenn meine Gefährten mich morgends anranzen würden wenn sie von meiner Matte geweckt werden würden, aber glaubt mir, die haben ganz andere Sorgen. Ich neige dazu des Nachts nen paar Hektar Wald abzusägen, da regt sich keiner mehr über ne raschelnde Matte auf! Ich selber penne sowieso wie nen Stein und widme mich meiner Sägekunst!

Achja, das Ventil! Auch dieses hat für so manchen Ärger gesorgt, ist es doch an der Oberseite der Matte angebracht und steht nahezu Senkrecht nach oben ab. Bin nun wirklich nicht schmal gebaut, hatte aber noch keine Probleme damit, meine Schulter liegt halt unterhalb des Ventils. Wie das bei Kollegen mit Türblatt – Kreuz à la Schwarzenegger aussieht weiß ich nicht, für mich funktionierts, komme ich doch so recht bequem beim Luft ablassen (siehe oben) ran.

senkrechtes Ventil

Manchen nervte es, das „Ding“ jeden Abend mühsam aufzupusten, ja gut, ne selbstaufblasende Matte macht nicht so viel „Arbeit“, ist aber halt auch nicht so bequem! Und glaubt mir Jungs und Mädels, auch ne Raucherlunge schafft das nach 30km noch gut! Für ne gesunde Nacht steh ich dann auch gern mal mit rotem Kopf im Camp. Doch die NeoAir spielt hier noch einen weiteren Vorteil gegenüber selbstaufblasenden Matten aus, das unschlagbare Packmaß! Eine Evazote Matte muss man zwar nicht aufpusten, aber die kommt auch nicht an das Packmaß ran, mit nem vorgeschädigten Rücken wie ich ihn habe, sind die Dinger eh ein no-go…. Dann doch lieber pusten, man kann nicht alles haben, das Leben ist schliesslich kein Ponyhof, würde ein TV bekannter Versicherungsangestellter sagen!

Packmaß mit Feuerzeug

Auch beim Gewicht kann die Matte punkten! Ihr merkt es schon, die Matte hat für mich nur Vorteile.

Gewicht der NeoAir

270 Gramm für eine (für mich) bequeme Matte die für genügend Isolation sorgt und dabei ein sehr gutes Packmaß hat sind schon ne Ansage!

Ich mag meine NeoAir bin von meiner NeoAir begeistert! Und habe in diesem Artikel versucht alle Vorurteile auszumerzen, jedenfalls für mich.

Doch es ist nicht alles Gold Gelb was glänzt! Bei mir eh nicht mehr, wie der aufmerksame Leser an diversen Flecken beim Betrachten der Fotos gesehen haben dürfte. Das Ding ist schmutzanfällig, juckt mich aber nicht weiter. Auch lässt sich die NeoAir in Schottland als Midget Falle verwenden, die Mistviecher stehen total auf das Gelb! Ich kann nicht nachvollziehen warum der Hersteller so eine Farbe gewählt hat, ein dezentes Grau hätte sicher gereicht. Das ist dann aber auch schon wieder alles, was ich an ihr auszusetzen habe.

Ich hoffe, dem ein oder anderen hat dieser Artikel gefallen, ein klassisches Review, das unter Umständen noch bei einer Kaufentscheidung helfen soll oder kann ist dies sicher nicht geworden, aber wie oben schon angekündigt, ich musste hierzu einfach mal meinen Senf ablassen!

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Trail Life

Heute gibt es eine etwas andere Art von Review, es geht um die Vorstellung des englischsprachigen Buches „Trail Life“ von Ray Jardine. Jeder der schonmal etwas von Ray gehört hat, weiß daß es hier um Ultralight Backpacking geht, immerhin ist er ja soetwas wie der „Erfinder“ oder „UL – Papst“ der Szene. Wie auch immer man ihn nennen möchte, seine Gedanken und Ideen haben auf jeden Fall eine Menge zum Leichtgewichts Trekken beigetragen, auch wenn nicht jeder seine Vorstellungen zu 100% teilt, darauf gehe ich aber auch später noch ein.

„Ray Jardine’s lightweight Backpacking – 25.000 Miles of Trail – Tested Know – How“ lautet der Untertitel auf dem Farbcover des Buches. Das lässt schonmal auf einiges hoffen, und tatsächlich werden so gut wie alle Bereiche des leichten Draußenseins abgehandelt. Das Buch ist nicht verfasst wie ein Roman, eher wie eine Art Nachschlagewerk.

Front Cover

So lässt sich schon am Inhaltsverzeichnis gut erkennen, mit welchen Themen ein UL – Hiker sich beschäftigt. Gewicht, Ausrüstung, „Wilderness Skills“, Naturgewalten, Flora & Fauna, Long Distance Hiking und Myog werden hier abgedeckt. Es gibt dann verschiedene Unterkapitel wie z.B. „Tarp & Tent“ in denen die Vorzüge des jeweiligen abgehandelt werden, verschiedene Aufbaumethoden aber auch Knotenkunde besprochen werden.

Die Aufmachung des Buches würde ich als gelungen bezeichnen, das Papier ist hochwertig, das Buch klar gegliedert und mit vielen Farbabbildungen versehen. Die knapp 400 Seiten sind geklebt, das Buch ist als sog. „Paperback“, also Taschenbuch aufgemacht, lediglich das fast quadratische Format ist einem wohl noch nicht so oft untergekommen.

Back Cover

„Trail Life“ ist eine Neuauflage von „Beyond Backpacking“, in diesem älteren Buch formte Jardine den Begriff Ray – Way, seine Philosphie vom Ultraleicht Wandern. Entstanden ist dieser Klassiker nach mehren Wanderungen auf dem Pacific Crest Trail (PCT) mitte der 90er Jahre, deswegen findet man in dem Kapitel über Flora & Fauna auch viele Info’s zu Bären und Klapperschlangen.

Aber zurück zum Ray – Way! Kann ein Buch zu viel Infos enthalten? In diesem Fall muss die Antwort fast „ja“ lauten, denn seine Philosophie ist dann doch etwas zu „speziell“, jedenfalls in meinen Augen. So empfiehlt er die Industrie nicht zu unterstützen und sämtliche Ausrüstungsgegenstände selber herzustellen, sollte das nicht möglich sein zumindest Firmenlogos zu verstecken, bzw. nen Flicken draufzunähen!

In meinen Augen geht das zu weit, wenn ich von einer Firma etwas gekauft habe, dann habe ich mir das gut überlegt und den Artikel ausgesucht, dann stehe ich auch dazu, aber das ist meine persönliche Meinung. Jeder so wie er will, und wenn jemand mit nem Flicken auf seiner 200 Euro Daunenjacke zufriedener ist, bitte, ist seine Sache.

Das ist dann aber auch schon alles was ich an dem Buch auszusetzen habe, ich habe diese ersten Kapitel zwar gelesen, im nachhinein hätte ich sie mir aber auch sparen können. Ansonsten ein sehr gutes Buch bzw. Nachschlagewerk, welches in dieser umfangreichen Form wohl als einzigartig zu bezeichnen ist! Mit Ausnahme der ersten Kapitel kann ich es wirklich nur jedem empfehlen, der sich mit der Thematik auseinandersetzt, uneingeschränkte Kaufempfehlung!

Zum Abschluss noch zwei willkürlich ausgewählte  Bilder vom Inhalt des Buches, um dem einen oder anderen das Layout näherzubringen :

Knoten zum Tarp

Tarp & Tent die 2te...

Ich hoffe euch hat der Artikel gefallen und vielleicht konnte ich den ein oder anderen dazu bewegen sich  dieses tolle Werk zuzulegen.

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