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Bushbuddy Ultra

2. Juli 2011 2 Kommentare

Als Ultraleichtkocher werden meißtens Spiritus Kocher verwendet, entweder kommerziell gefertigte Produkte oder auch Eigenbauten aus (Katzenfutter) Konserven (Supercatstove) oder Getränkedosen. Über diese Kocher wird viel berichtet, sie sind leicht, billig, und unterwegs im Falle eines defektes schnell nachzubauen. Getränkedosen findet man schliesslich überall, und zur Herstellung reicht ein Messer aus. Einen Nachteil haben sie allerdings : Sie benötigen Spiritus als Brennstoff, und der wird nunmal (meißt) abgezählt mitgenommen. Kochorgien fallen somit flach, denn wird zuviel gekocht, reicht der Brennstoff zum Ende der Tour nicht mehr aus. Nachkaufen ist auch so eine Sache, denn Spiritus kommt in 1 Liter Flaschen in den Handel, und soviel wird dann auch wieder nicht benötigt. Das leichte Gewicht dieser Kocher wird also durch den zu tragenden Spiritus relativiert.

Aber es gibt auch noch eine Alternative : Der Holzkocher !

Wie der Name schon sagt, verwendet diese Art von Kocher Holz als Brennstoff. Sie sind zwar etwas schwerer als Spiritus Kocher, man muss dafür aber kein Brennstoff schleppen, denn Holz gibt es nahezu überall. Es gibt verschiedene Modelle von Holzkochern, so z.B. den (Eigenbau) Hobo, den Backcountry Boiler, oder eben auch den Bushbuddy Ultra, um den es in diesem Beitrag gehen soll.

Bushbuddy Ultra

 

Der Bushbuddy Ultra wird in Kanada in Handarbeit von Fritz Handel hergestellt. Die Verarbeitung kann ohne Übertreibung als perfekt bezeichnet werden. Qualitativ gute Handarbeit hat natürlich seinen Preis, bei entsprechendem Umgang ist der Bushbuddy jedoch eine Anschaffung fürs Leben. Transportiert werden sollte der Kocher grundsätzlich im Kochtopf, auf Grund seines dünnwandigem Materials würde er im Rucksack sonst nicht lange überleben.

Seine Funktion unter widrigen Bedingungen über längeren Zeitraum hinweg konnte der Bushbuddy Ultra bereits mit Erfolg unter Beweis stellen. Ryan Jordan (Gründer von backpackinglight.com) suchte für seinen Arctic 1000 Trek eine leichtere Alternative des ursprünglichen Bushbuddy, und so kam der Bushbuddy Ultra als Prototyp zustande, der später als Serienmodell in den Verkauf ging.

Der Bushbuddy (139 Gramm) besteht aus zwei Teilen, dem Kocher an sich und dem Potstand / Windschutz. Der Windschutz verschwindet für den Transport verkehrt herum im Kocher, die Höhe beträgt so 9,5 cm. Kochbereit beträgt die Höhe 14,5 cm, der Durchmesser beträgt 10,8 cm. Somit passt der Bushbuddy Ultra perfekt in den Tibetan 1100 Topf (138 Gramm), welchen ich ebenfalls verwende. Es ergibt sich ein nutzbares Volumen von ca. 1 Liter, was für 2 Personen nahezu perfekt ist. Aber auch für längere Solotouren ist der Bushbuddy bestens geeignet. Als Material kommt Edelstahl zum Einsatz, der Kocher rostet somit nicht, und lässt sich bequem in der Spülmaschine reinigen. Der Topf verrußt sehr stark, ein dichter Packbeutel ist somit Pflicht. Ich nutze hierfür einen Cuben Beutel, der mit 4 Gramm nicht weiter ins Gewicht fällt und meine restliche Ausrüstung vor dem Ruß schützt. Alles in allem also 281 Gramm für Kocher, Pott und Beutel. Dieses Gewicht erscheint im ersten Moment recht schwer, bedenkt man jedoch daß kein Brennstoff getragen werden muss, rechnet sich das auf längeren Touren recht schnell, zu zweit sowieso.

Bushbuddy als Campfire...

Was macht diesen Kocher jedoch so einzigartig?

Der Bushbuddy Ultra arbeitet nach dem Prinzip der Holzvergasung. Dadurch arbeitet er sehr effektiv und verbrennt das Holz komplett, es bleibt nur ein winziger Haufen Asche übrig, keine Kohle! Vergleichbar mit der Asche von 2 – 3 Zigaretten. Der Topf wird nicht von den Flammen erhitzt, die das Holz verbrennen, sondern von den „sekundären“ Flammen, die durch die Vergasung entstehen und seitlich innerhalb des Kochers unter den Topf herrausstoßen. Mit ein wenig Übung und zurechtgelegtem geeignetem Holz bringt man einen Liter Wasser in 8 – 10 Minuten zum Kochen. Warmhalten und „Köcheln“ ist kein Problem, man schiebt einfach kein oder nur wenig Holz nach, ein Spiritus Kocher hingegen läuft immer „Full Power“ bis der Brennstoff restlos verbraucht ist. Da der Bushbuddy Ultra eine Bodenplatte hat und doppelwandig gefertigt ist, hinterlässt er keine Brandspuren im Gras, kochen auf Holztischen ist ebenfalls kein Problem. Im unteren Bereich wird er nur handwarm, er lässt sich ohne Probleme wärend des Betriebs an eine andere Stelle tragen. Ohne Topf kann man ihn als gemütliches Campfire nutzen, welches ebenfalls keine Spuren hinterlässt. Ich schmeiss den Kocher meisst zum kochen an und fütter ihn bis ich schlafen gehe sporadisch mit Holz, so hab ich immer ein wenig Licht, Wärme und Gemütlichkeit. Sollte man doch noch einen Tee trinken wollen, kurz ein bischen mehr Holz nachlegen, Topf drauf und los gehts. Verglichen mit anderen Kochern ist das schon recht praktisch.

Hat ordentlich Power...

 

Wer also häufiger zu zweit auf Tour ist, oder längere Touren plant, kein Problem mit schwarzen Fingern und Lagerfeuergeruch in Klamotten hat, bereit ist sich ein wenig mit dem Kocher auseinanderzusetzen und einen dichten Packbeutel besitzt, sollte sich ernsthaft über die Anschaffung eines Bushbuddy Gedanken machen.

Ich jedenfalls kann den Kocher nur empfehlen, zu beziehen ist er  direkt bei Fritz Handel in Kanada.